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Presseerklärung 18.06.2009
Weitere Aktionen gegen Betonklötze auf Protestversammlung gefordert
Eine Protestversammlung gegen die geplante Bebauung des Rathausplatzes, zu der neben Mitgliedern der IG Altstadt (Vorstand Hans Linnartz) und der Eigentümergemeinschaft „An Farina“ (Beiratssprecher Gerald Utikal) das Kölner Bürger Bündnis (KBB) eingeladen hatte, sprach sich einmütig für die Wiederherstellung der Platzfläche nach Beendigung der Ausgrabungen für die Archäologische Zone aus.

Protestversammlung gegen Rathausplatzbebauung, auf dem Podium von links: Gerald Utikal, Gerlinde Schmidt, Andreas Henseler, Klaus Hoffmann, Dr. Martin Müser. Dr. Martin Müser, Ratsmitglied und OB-Kandidat, erklärte: „Wir kämpfen von Anfang an aus stadtgestalterischen Gründen gegen den geplanten Betonklotz auf dem Rathausplatz und freuen uns, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende das unsägliche Bauvorhaben genau so nennt“. KBB-Vize-Vorsitzende Gerlinde Schmidt ergänzte: „Bisher wurden schon 1,3 Millionen Euro Planungs- und Wettbewerbskosten für ein Projekt verpulvert, dessen Bau- und Betriebskosten nicht aufzubringen sind und gleichzeitig wird in Nippes, wo ich wohne, ein Hallenbad geschlossen, weil kein Geld für die Renovierung da ist.“
Gerald Utikal verwahrte sich gegen alle Versuche, die Gegner der Rathausplatzbebauung in eine antisemitische und rechtsextremistische Ecke zu stellen: „Ich bin selbst Mitglied der Christlich-Jüdischen Gesellschaft und lasse mir das nicht unterstellen.“ Wie allen Bebauungsgegnern gehe es ihm darum, dass der Platz für einen solchen Bau ungeeignet ist. „Man sollte mit einer Gedenkstele an das mittelalterliche Judenviertel und die Grausamkeiten der Vergangenheit erinnern, aber keinen Riesenbau errichten, den man nicht füllen kann.“
Müser stellte der Versammlung einen Antrag (siehe Anlage) vor, den er für die nächste Ratssitzung eingebracht hat und der einen sofortigen Planungsstopp fordert. „Eigentlich müsste nicht nur die CDU, sondern auch die anderen Parteien dem zustimmen, wenn sie auch nur einen Funken Verantwortung für die finanzielle Situation der Stadt aufbrächten.“ Der Antrag wurde mit Beifall begrüßt. Klaus Hoffmann, Mitglied der Bezirksvertretung Innenstadt, erklärte: „Mir liegen die Plätze in der Innenstadt am Herzen, egal ob es der Rudolfplatz oder der Neumarkt ist. Deshalb sammele ich in der Innenstadt Mitstreiter, die sich mit den Freien Wählern gemeinsam gegen den Planungsunsinn des Parteienklüngels wenden.“ Detlef Hagenbruch, Innenstadtsprecher des KBB, plädierte dafür, „die Proteste gegen den geplanten Betonklotz neben dem Opernhaus und auf dem Rathausplatz zusammenzuführen“.
KBB-Vorsitzender Andreas Henseler griff diesen Gedanken auf und erklärt: „Beide Betonklötze sind Ausdruck einer Kommunalpolitik ohne Maß und Ziel. Das Schlimme ist, der Parteienklüngel im Rathaus weiß genau, dass die Projekte durch die Folgen der Wirtschaftskrise und des Archiveinsturzes nicht zu finanzieren sind, bringt aber nicht die Kraft auf, das Ruder herumzureißen. Deshalb müssen die Bürger die Dinge selbst in die Hand nehmen. Wir werden eine Initiative zur Koordination von Aktionen gegen die Betonklötze im Vorfeld der Kommunalwahl starten und dazu in Kürze einladen.“
gez. Andreas Henseler
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